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Satyrian: The Dark Gift - EP
Lion Music (2006) www.lionmusic.com
Kategorisierungen können positiv sein, aber auch das Gegenteil bewirken. So im Fall Satyrian, die gemeinhin unter Gothic Metal firmieren.

Das allerdings wäre zu einfach. Inspiriert von Dark Rock, Folk, Epic und natürlich Gothic Rock wird eine gewaltige Palette von Stilmitteln verwendet. Natürlich überwiegt der dunkle atmosphärische Teil, wird allerdings durch einen Stilmix, der dem Ganzen ein eigenständiges Profil verleiht, aufgelockert.

Satyrian, ehemals noch unter dem Namen Danse Macabre gegründet, haben nach ihrem gelungenen Debüt Album "Eternitas" eine EP, "The Dark Gift", veröffentlicht, die tanzbare Remixes verschiedener Titel aus diesem ersten Album beeinhaltet.

"Invictus" im Growl-Design konzipiert, schiebt den Electro Metal-Faktor mit Industrial-Einfluss deutlich nach vorne. Moll-lastige Melodien wetteifern mit mehrstimmigen weiblichen Chorälen, die einen bedeutenden signifikanten Faktor in der Abgrenzung von anderen Vertretern dieses Genres darstellen. Dancefloor-Beats und Bass-Sequenzer geben dem Titelsong "The Dark Gift" die entsprechende Rhythmik.

Dark Wave wird mit Symphonic fusioniert, technisch perfekt in Szene gesetzt, etwas Nightwish-Einfluss für die Harmoniesüchtigen, in Kooperation mit Drumloops und kombiniert mit großen Refrains.

"Eternitas" macht da keine Ausnahme, zündende Hooklines, flankierende Growls eingebettet in magischen weiblichen Gesang, midtempolastig mit deutlicher Achtzigerjahre Affinität.

Beinahe technolastig kommt "Fall From Grace" mit Keyboards und absoluten Dancefloor Killer-Harmonien. Satyrian haben mit dieser Veröffentlichung das Fenster weit geöffnet, um ihre Musik auch für Fans anderer Musikstile zu erschließen. Allein drei Versionen von "The Dark Gift" grooven um die Wette. "No Tears, No Embrace" macht da keine Ausnahme, ein Szenario einprägsamer Melodien wetteifert mit Drum-Beats um die Wette, zielsicher intoniert durch die allgegenwärtige weibliche Führungsriege.

"Ewigkeit" mit Experimentalcharakter zeigt das Potential dieser um keine Variante verlegenen Electro Gother. Abseits traditioneller Pfade bietet diese CD einen interessanten Mix für diejenigen, die nicht nur nach Schablone F strukturiert sind. Abwechslung und Rhythmus wird hier groß geschrieben und bietet einen trendigen Ausflug nicht nur für Tanztempel-Liebhaber, sondern auch für Anhänger der düsteren Grooves.

Jürgen B. Volkmar

http://www.rocktimes.de/gesamt/s/satyrian/dark_gift.html


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