Satyrian interview with Metal Inside.de
By Tennessee

Die
Finnen SATYRIAN sind zwar augenscheinlich eine neue Band, setzen sich
jedoch zu einem Großteil aus den Mitgliedern der Band Dance Macabre
zusammen. Bekanntestes Mitglied der Band ist wohl der Gitarrist und
Songwriter Jan Yrlund (ex-Lacrimosa, Prestige, Danse Macabre, Imperia,
Angel…). Mit dem Album „Eternitas“ veröffentlichen sie dieser Tage ihren
ersten Silberling, welcher vor Abwechslung nur so strotzt und gleich
hervorragende 3 Stimmen an den Mikros aufweisen kann. Trotz Fußball WM
und Sommerwetter telefonierten wir uns mit Jan Yrlund zusammen, denn da
brannten natürlich einige Fragen unter den Nägeln:

SATYRIAN setzt sich aus erfahrenen
Musikern der verschiedensten Nationalitäten und Vorgängerbands zusammen.
Wer ist denn eigentlich der Kopf bei euch und Songwriter?

Ja, das ist richtig, wir haben Musiker aus vielen
verschiedenen Ländern dabei. Auf dem Album „Eternitas“ habe ich alle
Songs geschrieben. Aber das nächste Mal werden auch die anderen Jungs
etwas dazu beitragen, besonders Roman – unser Sänger – ist sehr gut.
Daher hoffe ich, dass er für die nächste Scheibe ein paar Ideen hat. Für
dieses Album haben wir bereits 2002 angefangen und daher habe ich noch
alles geschrieben. Wir werden sehen, wer dann was schreibt.

Wie kam es eigentlich dazu, dass ihr auf diesem Album zwei Sängerinnen am Start habt, die sich dazu stimmlich noch ähnlich sind?

Findest du?

Ja!

Das ist lustig. Ja, sie haben beide einen sehr ähnlich
Stimmbereich, können beide gleich hoch singen, aber ich denke, die
Charaktere sind doch etwas unterschiedlich. Sie passen sehr gut
zusammen. Das ist live natürlich ideal, mit zwei Stimmen kannst du viel
mehr machen.

Zusammen mit Roman Schönsee habt ihr
insgesamt drei Sänger/Sängerinnen in der Band, daraus ergeben sich
natürlich eine Unmenge kreativer Möglichkeiten. Gab es keine
Unstimmigkeiten, wer welchen Part übernimmt und sich wie einbringen
kann?

Yeah, das ist eine gute Frage. Normalerweise nehmen wir uns einen
Song vor und setzen uns mit allen zusammen hin und besprechen, wer was
machen möchte. Aber manchmal ist es natürlich so, dass die Girls beide
den gleichen Part singen möchten, dann teilen wir das auf, eine singt in
diesem Song und die andere im nächsten. Bei den männlichen Vocals in
den härteren Songs ist das für Roman natürlich immer klar. Manchmal
singen sie aber auch alle zusammen. Ja, es ist nicht immer so einfach,
aber auf der anderen Seite ist es auch sehr interessant und bringt viele
Möglichkeiten mit der raueren, männlichen Stimme und den beiden
höheren, weiblichen Stimmen. Es ist wirklich sehr abwechslungsreich und
nicht viele Bands machen das.

Warum hat es von den ersten Aufnahmen
zum Album bis zum Release so lange gedauert? Es liegen immerhin fast
drei Jahre dazwischen…

Da gibt es verschiedene Gründe. Als wir damals mit den Aufnahmen
zum Album begannen, hatten wir noch einen anderen Sänger. Danach
entschlossen wir uns, den Sänger zu wechseln. Das hat schon einige Zeit
gebraucht, bis wir dann einen neuen Sänger fanden. Danach mussten wir
natürlich wieder ins Studio gehen und die Vocals neu aufnehmen. Wir
haben noch ein paar Keyboards zusätzlich aufgenommen. Ich glaube im
April 2004 waren wir damit fertig. Anschließend hatten wir Probleme mit
dem Label. Sie haben uns immer hingehalten und es sah schon so aus, als
ob sie Konkurs gehen. Sie haben gar nichts mehr veröffentlicht, für
keine Band und sie haben auch keine neuen Bands mehr unter Vertrag
genommen. Nach einem halben Jahr machte ich mir dann schon Sorgen und
sie teilten uns auch mit, dass wir wechseln könnten. So hat es ein
weiteres Jahr gebraucht, bis wir ein neues Label hatten. Das waren alles
Umstände, für die wir nicht wirklich was konnten und es hat enorm Zeit
gekostet. Letzten Sommer sind wir dann bei Lion Music unter Vertrag
genommen worden. Dann mussten wir noch mal warten, bis wir dort
veröffentlicht werden konnten und so waren 1 ½ Jahre nur aufgrund von
Label Problemen schon vergangen. Auf der anderen Seite haben wir uns ja
nicht ausgeruht. Wir haben schon weiter gemacht. Das nächste Album wird
also sehr viel schneller fertig werden. Es ist eigentlich schon fast
fertig, wir müssen es nur noch aufnehmen.

Und warum habt ihr euch von Danse
Macabre damals noch mal in Satyrian umbenannt? Hat es etwas damit zu
tun, das Gunther Theys jetzt nicht mehr dabei ist?

Ja. Wir hätten den Namen behalten können, da wir den Plattenvertrag
hatten. Auf der einen Seite hatte ich das Gefühl, dass es nicht richtig
ist. Wir haben viele Jahre zusammen gearbeitet und vier Alben zusammen
veröffentlicht. Hätten wir den Namen behalten und ihn einfach
rausgeworfen, es wäre nicht die gleiche Band gewesen. Auf der anderen
Seite hat er hinter unserem Rücken eine neue Band zusammengestellt und
wollte den Namen behalten. Aber das hat ihm unser Label verboten. Wir
haben zwar die Rechte am Namen behalten, aber uns entschieden, einen
neuen Bandnamen zu verwenden. So kann keiner den alten Namen benutzen.
Ich denke, das war der fairste Weg.

Ihr wart bereits 2003 auf Tour in Finnland. Sind mit dem Release des Albums neue Shows geplant oder wie geht es nun weiter?

Yeah, wir planen gerade ein paar Shows zum neuen Album. Wir
warten auf die Nachricht von unserer neuen Booking-Agentur. Wir haben
vor zwei Wochen erst den Vertrag unterschrieben. Sie haben bereits 4
oder 5 Shows für uns im Herbst und jetzt im Juli spielen wir auf einem
Metal Festival in Holland. In September, Oktober, November sind weitere
Shows geplant, u.a. auch in Frankreich. Wir werden also endlich wieder
live spielen. Wir sind sehr gerne auf der Bühne, in den letzten Jahren
hatten wir leider nicht so viele Möglichkeiten dazu, weil das Album noch
nicht veröffentlicht war.

Musikalisch gesehen umfasst das Album
nicht nur Einflüsse aus dem Gothic Bereich, sondern auch Rock, Folk und
Industrial. Habt ihr nicht Angst, den Hörer ganz zu verwirren?

Hm, ja, vielleicht verwirren wir ein paar. Der Grund ist
einfach der, dass ich selbst sehr gerne viele verschiedene
Musikrichtungen anhöre. Ich höre alles, von Dance bis Black Metal. Wenn
es ein guter Song ist, ist es ein guter Song. Ich denke nicht so sehr
darüber nach, dass die Songs in eine bestimmte Kategorie passen müssen.
Einige Songs hören sich halt besser in einer Dance-Version an, dann
machen wir das so. Manchmal passen halt Folk-Einflüsse sehr gut darein.
Es ist auch bei den anderen Bands so, die ich mir gerne anhöre. Es gibt
kaum eine Band, wo ich das ganze Album mag. Ich höre mir gerne einige
Songs an, aber wenn das ganze Album so ist, habe ich immer das Gefühl,
ich habe die Songs schon gehört. Ich kaufe mir daher gerne Sampler mit
vielen verschiedenen Bands. Aber ja, vielleicht ist unser Album für
einige verwirrend, da man nie weiß, was als nächstes kommt.

Beim Lesen der Tracklist fällt sofort
der letzte Song „Ewigkeit“ ins Auge. Möchtet ihr mit dem Titel Eure
internationale Bandzusammensetzung verdeutlichen?

Wir hatten sogar darüber nachgedacht, den ganzen Song auf
Deutsch zu singen. Roman und Judith kommen ja aus Deutschland. Aber wir
hatten die Lyrics schon fertig. Als wir versuchten sie zu übersetzen,
merkten wir schnell, dass es einfach nicht genauso klingt. Auf der
anderen Seite wollten wir den Titel unbedingt behalten. Der erste Song
des Albums heißt „Eternitas“, also der gleiche Name nur in Englisch. Es
ist so etwas wie ein Insiderwitz geworden. Aber das nächste Mal werden
wir bestimmt auch Songs auf Deutsch singen. Ich denke, dass die Deutsche
Sprache sehr gut geeignet ist für diese Art von Musik. Vielleicht nicht
unbedingt für up-Tempo Rock-Songs. Ich spreche nicht so viel Deutsch,
aber für mich klingt es sehr gut.

Ich habe gesehen, dass das Artwork zum
Album von dir stammt. Machst du beruflich auch etwas in der Richtung? Es
sieht echt professionell aus.

Ja, danke! Ich versuche immer mehr in der Richtung zu machen. Ich
war mal auf einer Schule, aber es ist auch schon wieder 5-6 Jahre her,
als ich mich entschied, dass kommerzieller zu machen und für Bands und
Labels zu arbeiten. Es ist mittlerweile mein Haupteinkommen, neben der
Musik. Ich mache das wirklich gerne. Manchmal veröffentlich Labels ja
Cover, von denen die Band gar nichts weiß. Das ist echt mies. Ich denke,
das Cover ist ein sehr wichtiger Teil vom Image der Band und der CD und
ich freue mich, wenn ich Bands helfen kann. Wenn du dir eine CD mit
einem wirklich schönen Cover und Booklet anschaust, hörst du dir die
Songs viel eher an. Man kauft die CD natürlich nicht nur wegen dem
Cover, aber es weckt Interesse.

Bist du zufrieden mit den bisherigen Informationen der Fans und der Presse?

Ja. Eigentlich habe ich gar nichts erwartet. Es ist so lange her,
seitdem wir das Album „Eva“ veröffentlicht haben. Das war 2001, also vor
fünf Jahren. Nach einer so langen Zeit erwartet man erst einmal nichts.
Es ist dazu noch eine neue Band, es ist sehr viel passiert in den
letzten Jahren, nicht nur bei uns, auch in der Metal und Gothic Szene.
Es gibt so viele neue Bands, die auch erfolgreich sind. Jeder kann sich
Within Temptation oder so anhören, sogar Kinder höhren die Musik, das
war damals nicht so. Es ist ein Stück weit einfacher geworden, gute
Reviews zu bekommen, da die Musik mehr akzeptiert wird, aber auf der
anderen Seite ist es schwerer geworden in der Masse aufzufallen. Wenn
man dann gute Kritiken bekommt, ist es ein schönes Gefühl, da man nicht
alles umsonst gemacht, einige Menschen scheinen wirklich die Musik zu
mögen. Das ist sehr wichtig.

(tennessee) am 01.07.2006

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